Seit Willem Einthoven 1903 das erste EKG (Elektrokardiogramm) aufzeichnete, ist diese Untersuchung aus der Routine in Klinik und Arztpraxis nicht mehr wegzudenken. Das EKG ist inzwischen eine der am häufigsten durchgeführten gerätemedizinischen Untersuchung. Auch in der Allgemeinarztpraxis gehört ein EKG-Gerät praktisch zur Grundausstattung. Traditionell waren EKG-Geräte riesige Apparate, aus denen ein schmaler Papierstreifen herauskam. Im Laufe der Entwicklungsjahre wurden die Geräte immer kleiner, die Ausdrucke dafür immer größer, so dass alle 12 Ableitungen auf einer Din A4 Seite untereinander Platz haben. Herzrhythmus und Morphologie können damit auf einen Blick beurteilt werden.

Mit der steigenden Leistungsfähigkeit von Computern ersetzen sogenannte PC-EKGs seit Ende der 1990er Jahre mehr und mehr die klassischen EKG-Schreiber. Hierbei wird ein EKG-Verstärker per Kabel oder Funk mit dem PC verbunden und das EKG-Signal über eine Software am PC-Monitor dargestellt. Die EKG-Daten werden in einer Datenbank gespeichert und zum Praxis-EDV-System übertragen. Ein Ausdruck ist nur noch selten erforderlich. Dies hat auch den Vorteil, dass das Problem von verblassendem EKG-Papier nicht mehr besteht. In bestimmten Fällen, wenn zum Beispiel eine sehr kurze Startzeit des Geräts erforderlich (Notfallmedizin) oder der Ausdruck in Echtzeit nötig ist, werden auch heute noch EKG-Schreiber eingesetzt.

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Ruhe-EKG

Eine Ruhe-EKG-Aufzeichnung dauert mindestens 10 Sekunden, die meisten Systeme unterstützen aber auch längere Aufzeichnungszeiträume. Dies wird dann als Rhythmus-EKG oder „langer Streifen“ bezeichnet.

Bezüglich der Anlage der Elektroden gibt es drei praktizierte Verfahren. Immer seltener verwendet wird eine Kombination aus Klammer-Elektroden für die Extremitäten- und Saugelektroden (mit Gummibällchen) für die Brustwandableitungen. Meistens wird mit Klebeelektroden oder einer Elektrodensauganlage gearbeitet. Gummibänder mit Plattenelektroden werden so gut wie nicht mehr verwendet.

Die nächsten „Stufen“ nach dem Ruhe-EKG sind das Belastungs- und das Langzeit-EKG.

Belastungs-EKG

Beim Belastungs-EKG (Ergometrie) wird ein EKG aufgezeichnet, während der Patient mit einer definierten Last belastet wird. Als geeignete Geräte haben sich hier medizinische Fahrradergometer und Laufbänder durchgesetzt. In Deutschland werden bei Routine-Ergometrien in der ärztlichen Praxis und in der Klinik zumeist Fahrrad-Ergometer verwendet. Laufbänder werden vor allem in der Sportmedizin eingesetzt, da hier der Anteil der beteiligten Muskeln signifikant höher ist, als beim Fahrrad.

Belastungs-EKGs werden bei Check-Ups, bei Verdacht auf koronare Herzkrankheiten, belastungsindizierten Arrhythmien etc. geschrieben. Weitere Einsatzbereiche sind die Arbeitsmedizin (PWC-Wert), die Sportmedizin und die Leistungsdiagnostik. Bei letzterer wird häufig auch der Gasaustausch gemessen, man spricht dann von einer Ergospirometrie- oder Spiroergometrie-Untersuchung.

Langzeit-EKG

Beim Langzeit-EKG werden zwei oder mehr EKG-Ableitungen über einen Zeitraum von mindestens 18, meist 24 Stunden aufgezeichnet. Nach ihrem Erfinder Norman J. Holter wird diese Untersuchung auch häufig als „Holter-EKG“ bezeichnet. Ursprünglich auf Bandgeräten aufgezeichnet, nahm die manuelle Auswertung eines Langzeit-EKGs viel Zeit in Anspruch und wurde, auch aufgrund der sehr hohen Anschaffungskosten, fast ausschließlich in Kliniken und großen kardiologischen Praxen durchgeführt.

Mit immer leistungsfähigeren PCs und kleinen digitalen Aufnahmegeräten wurden die Systeme erschwinglich und finden sich inzwischen in den meisten internistischen Praxen. Die Vorauswertung wird von einem Analyse-Algorithmus in der Software erledigt, so dass diese vom Auswerter nur noch zu korrigieren bzw. bestätigen ist. Das Langzeit-EKG ist bei fast allen Arten von Herzrhythmusstörungen das Diagnoseinstrument der Wahl, da damit auch selten auftretende Ereignisse „erwischt“ werden können. Hauptindikationen für das Routine-Langzeit-EKG sind der Verdacht auf Synkopen, höhergradige ventrikuläre Rhythmusstörungen und Vorhofflimmern. Bei bestimmten Fragestellungen werden Langzeit-EKGs über einen Zeitraum von bis zu 7 Tagen aufgezeichnet.